|
Die
neue Hardenstein wurde 2004 als Katamaran von der Ewer Werft in
Wischhaven bei Bremen gebaut und kann bereits auf eine bewegte
Geschichte zurück blicken.
Ursprünglich
sollte sie als sogenannter Aquacamper von maritim angehauchten Campingfreunden
gechartert werden und deren Wohnmobile und Wohnwagen transportieren. 2004 war
das Schiff eine der Attraktionen auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf, wo sie
ausgestellt wurde. Sie fuhr bereits über Rhein, Elbe und die holländischen Kanäle.
Doch das Projekt schlug fehl und so lag das Schiff jahrelang halb eingesunken
in einem holländischen Seitenkanal bei Asperen.
2009 suchte die Wabe dann europaweit nach einer Werft, die
einen Nachfolger für die inzwischen zu klein gewordene alte Fähre bauen könnte.
Zufällig bemerkte auch der Erbauer der alten Fähre unsere Aktivitäten und
teilte uns mit, dass hinter seiner Bauhalle der Rumpf (inzwischen war der
Aquacamper ein Wrack) eines infrage kommenden Schiffes liege. Mit seiner Hilfe
wurde der Kontakt zum Eigentümer hergestellt und der Rumpf erworben. Nachdem
zahlreiche Formalitäten erledigt waren, wurde das Schiff dann im Februar 2010
per Schwertransport nach Witten gebracht, wo die Wabe eine Behelfswerft auf den
Ruhrwiesen am Schleusenwärterhaus errichtete.
Von März bis Juli 2010 erweckte die Wabe mit Hilfe der
Deutschen Edelstahlwerke das (noch gar nicht so) alte Schiff zu neuem Leben. Vom
ursprünglichen Katamaran blieb nur das Äußere der beiden Schwimmkörper übrig.
Um seinen Einsatz als Fähre gerecht werden zu können, erhielt das Schiff eine
hydraulische Ladeklappe, ein neues Deck, ein Steuerhaus, zwei Motoren, eine
neue Reling, eine neue Steueranlage, neue Bordelektrik, usw. Auch die beiden Schwimmkörper
mussten entsprechend den gesetzlichen Vorgaben, komplett umgebaut werden.
Aus diesen Gründen gilt das Schiff für die Behörden als
Neubau.
Die Elektro-Motoren der Hardenstein liefern jeweils ein
Drehmoment von 220 NM, was etwa der Leistung eines Mittelklassewagens entspricht.
Im Gegensatz zu den Gleichstrom-Motoren der alten Fähre handelt es sich hier um Asynchron-Motoren,
die mit Wechselstrom arbeiten und daher keine schleifenden Kontakte mehr haben.
Daher sind diese Maschinen leiser und haben auch nicht das von den Gleichstrom-Motoren
bekannte Überhitzungsproblem.
So konnte die nun Hardenstein getaufte Fähre bereits im Juli
2010 den regulären Fährbetrieb aufnehmen. Anfang 2011 wurden noch umfangreiche Änderungen
am Rumpf vorgenommen, die dem Schiff mehr Stabilität und Auftrieb gaben.
Daten:
| Länge ü.a. |
15,40 m |
| Breite ü.a. |
4,60 m |
| Tiefgang |
0,70 m |
Hauptantriebsleistung
|
20 kW |
| Tragfähigkeit |
4,5 t
|
| Verdrängung |
63 m3
|
| Anzahl derFahrgäste |
49
|
| Hauptbaustoff |
Stahl
|
| Bauort |
Wischhafen
|
| Bauwerft |
Ewer Werft
|
|